Beleuchtung

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Obwohl die Beleuchtung von Arbeitsstätten dem Bereich des betrieblichen Arbeitsschutzes zuzuordnen ist und entsprechend dem europäischen Rechtsrahmen hier prinzipiell keine Normen vorgesehen sind, werden/wurden auf europäischer Ebene im CEN/TC 169 „Angewandte Lichttechnik“ u.a. Normen zur Beleuchtung von Arbeitsstätten erstellt. Im deutschen Vorwort muss klargestellt werden, dass grundsätzlich national über die Norm hinausgehende Anforderungen für die Beleuchtung von Arbeitsstätten möglich sind und in Deutschland die Arbeitsstättenverordnung sowie einschlägige Vorschriften und Regeln der Berufsgenossenschaften gelten.

Künstliche, biologisch wirksame Beleuchtung

Das Licht hat für den Menschen zwei Funktionen. Einerseits ermöglicht Licht das Sehen. Auf der anderen Seite hat es nicht-visuelle Wirkungen auf den Menschen. So kann Licht die innere Uhr und somit die Tagesrhythmik (circadianer Rhythmus) des Menschen beeinflussen. Diese biologische Wirkung erzielt Tageslicht, kann aber ebenso durch spezielle künstliche Beleuchtung erreicht werden. Künstliche Beleuchtung kann dabei dem Tageslicht ähneln, es aber in seiner Gesamtheit nicht ersetzen. Die künstliche, biologisch wirksame Beleuchtung wird mit dem Ziel eingesetzt, eine biologische Wirkung über das Sehen hinaus im Menschen hervorzurufen.
Innerhalb der BAuA Studie "Circadiane Wirksamkeit AmI-basierter Beleuchtungssysteme: Wirkungsfragen circadianer Desynchronisation" wurden die physiologischen Basismechanismen für Gestaltungsempfehlungen biologisch wirksamer Beleuchtung untersucht. Im Mittelpunkt standen dabei die aktivierende Wirkung von blauem Licht und die Verschiebung der circadianen Rhythmik. Insgesamt kommt man zu dem Ergebnis, dass zum jetzigen Zeitpunkt nicht genügend Informationen vorliegen, um konkrete Gestaltungsempfehlungen für eine biologisch wirksame Beleuchtung an Arbeitsplätzen abzuleiten.

Position der Arbeitsschutzkreise zum Thema künstliche, biologisch wirksame Beleuchtung in der Normung

Im Bereich künstliche, biologisch wirksame Beleuchtung gibt es schon Bestrebungen, Anforderungen und Empfehlungen - welche unter den betrieblichen Arbeitsschutz fallen - in Normen festzuhalten. Hierzu hat die KAN ein Positionspapier veröffentlicht. In diesem wird verdeutlich, dass aus Sicht der KAN, Normung im Bereich „Anforderungen oder Empfehlungen für die Planung und den Betrieb künstlicher, biologisch wirksamer Beleuchtung an Arbeitsplätzen“ aktuell nicht sinnvoll und außerdem nicht zulässig ist, da unter anderem

  • keine ausreichend gesicherten Erkenntnisse im Bereich künstlicher, biologisch wirksamer Beleuchtung bestehen, um Anforderungen an die Planung festlegen zu können;
  • Störungen des circadianen Rhythmus des Menschen durch künstliche, biologisch wirksame Beleuchtung vermieden werden müssen;
  • im Bereich künstlicher, biologisch wirksamer Beleuchtung im Wesentlichen Belange des betrieblichen Arbeitsschutzes betroffen sind.

Weitere Informationen

KANBrief 3/15    „Künstliche, biologisch wirksame Beleuchtung: erst forschen, dann normen“

KANBrief 1/14    „Wo viel (blaues) Licht ist, ist auch starker Schatten“

 

 

 

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