Normung im Bereich persönliche Schutzausrüstung

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Rechtsgrundlage der Produktnormung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) in Europa ist die Richtlinie 89/686/EWG nach Artikel 114 AEU-Vertrag. PSA im Sinne der Richtlinie ist "jede Vorrichtung oder jedes Mittel, das dazu bestimmt ist, von einer Person getragen oder gehalten zu werden und das diese gegen ein oder mehrere Risiken schützen soll, die ihre Gesundheit sowie ihre Sicherheit gefährden können". Diese Richtlinie ist in Deutschland durch die 8. Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) in nationales Recht umgesetzt worden. Zur Konkretisierung der Richtlinie 89/686/EWG hat die EU-Kommission die europäische Normungsorganisation CEN mit drei Mandaten beauftragt, in deren Folge ca. 320 Normen für den Bereich PSA erstellt wurden.

Die PSA-Normen werden auf nationaler Ebene hauptsächlich im Normenausschuss Persönliche Schutzausrüstung (NPS), außerdem im Normenausschuss Feinmechanik und Optik (NAFuO), im Normenausschuss Sport- und Freizeitgeräte (NASport) sowie der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) in DIN Deutsches Institut für Normung e. V. erstellt. Dort werden auch die relevanten Gremien auf europäischer und internationaler Normungsebene gespiegelt.

In mehreren KAN-Projekten wurde

  • der Stand der Normung festgestellt,
  • das produktbezogene Arbeitsschutzniveau beurteilt und
  • der Überarbeitungsbedarf der Normen in Bezug auf den produktbezogenen Arbeitsschutz aufgezeigt.

Klar getrennt von der Herstellung der PSA-Produkte ist die Benutzung von PSA. Diese ist durch die EG-Arbeitsschutzrichtlinie 89/656/EWG (eine Richtlinie nach Artikel 153 AEU-Vertrag) geregelt. Sie ist in Deutschland als PSA-Benutzungsverordnung umgesetzt.

Europäische PSA-Verordnung ab 2018

Ab dem 21. April 2018 ist für das Inverkehrbringen und das Bereitstellen von PSA auf dem Markt der EU die PSA-Verordnung anzuwenden. Zu diesem Zeitpunkt wird die PSA-Richtlinie 89/686/EWG aufgehoben. Die  Verordnung (EU) 2016/425 über persönliche Schutzausrüstungen wurde am 31. März 2016 im Amtsblatt der EU veröffentlicht.

Neben der Überführung in eine Verordnung wurden der Anwendungsbereich klar gestellt, eine Anpassung der grundlegenden Anforderungen an den Stand der Technik vorgenommen und der gesamte Text an den Neuen Rechtsrahmen (NLF) angepasst. Nun gibt es unter anderem auch für den PSA-Bereich detaillierte Pflichten für die Wirtschaftsakteure. Die Gültigkeitsdauer einer neu ausgestellten und einer erneuerten EU-Baumusterprüfbescheinigung darf fünf Jahre nicht überschreiten. Für die harmonisierten Normen haben die Änderungen durch die PSA-Verordnung nur geringe Auswirkungen.

Die Europäische Kommission hat ein Dokument veröffentlicht, das häufig gestellte Fragen zum Übergang von Richtlinie zu Verordnung beantwortet. Es ist nur in englischer Sprache verfügbar.

Eine ausführliche Beschreibung der wesentlichen Änderungen gegenüber der PSA-Richtlinie, der Übergangsregelungen und Empfehlungen zur Vorbereitung auf die Anwendung der PSA-Verordnung finden Sie hier:

Die neue europäische PSA-Verordnung (EU) 2016/425 Aus: Heft 5/2016, Seite 187-190, Gefahrstoffe - Reinhaltung der Luft (www.gefahrstoffe.de)

Gefahrstoffe in persönlicher Schutzausrüstung

Persönliche Schutzausrüstungen sind moderne Industrieprodukte und werden häufig aus oder mithilfe dutzender Stoffe hergestellt. Trotzdem dürfen von ihnen keine inhärenten Risiken und andere störende Eigenschaften ausgehen. Insbesondere verlangt der Gesetzgeber, dass die verwendeten Ausgangswerkstoffe und ihre möglichen Zersetzungsprodukte Gesundheit und Sicherheit des Nutzers nicht beeinträchtigen dürfen. Angesichts der Vielzahl der bei der Herstellung verwendeten Stoffe und Materialien ist das eine erhebliche Herausforderung für Normung, Hersteller und Prüfstellen. Mehr zu diesem Thema finden Sie hier:

Gefahrstoffe in persönlicher Schutzausrüstung: Wie „gesund“ muss PSA sein? Aus: Heft 5/2016, Seite 191-193, Gefahrstoffe - Reinhaltung der Luft (www.gefahrstoffe.de)

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