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Schnelle Normungsdokumente

Um technologischen Entwicklungen in schnelllebigen Branchen wie dem IT-Sektor gerecht zu werden oder um Forschungsergebnisse zeitnah zu standardisieren, gibt es spezielle Dokumentenarten. Dazu gehören DIN SPEC, VDE SPEC, VDE Anwendungsregeln, CEN und/oder CENELEC Workshop Agreements (CWA) und International Workshop Agreements (IWA). Diese werden unter dem Dach von Normungsorganisationen veröffentlich und können im Vergleich zu Normen in deutlich kürzerer Zeit erarbeitet und veröffentlicht werden. Die wachsende Anzahl dieser Dokumente zeigt, dass diese eine zunehmende Akzeptanz im Markt finden, z. B. im Bereich von Dienstleistungen oder des E-Business. Auch zu Themen, die die Sicherheit und den Gesundheitsschutz betreffen, werden immer häufiger derartige Dokumente erstellt.

Für diese schnellen Normungsdokumente gelten allerdings nicht alle wesentlichen Normungsprinzipien wie die Beteiligung aller interessierten Kreise. Nach Meinung der KAN sollten Dokumente, die den Arbeitsschutz betreffen, von Ausschüssen erarbeitet und verabschiedet werden, für die die genannten Regeln der Normungsarbeit vollständig gelten. Um die Position des deutschen Arbeitsschutzes auch auf europäischer und internationaler Ebene durchzusetzen, hat die KAN ein Positionspapier zu diesem Thema verabschiedet.

Weitere Beschleunigungsbestrebungen

Zuletzt wurde auch auf europäischer Ebene mögliche Ansätze zur Beschleunigung der Normung diskutiert. Die Europäische Kommission strebt beschleunigte Verfahren an, um schnellen Innovationszyklen gerecht zu werden. Mit den Common Specifications hat sie zudem eine Rückfalloption geschaffen, falls harmonisierte Normen fehlen oder unzureichend sind, und erwägt, auch Ergebnisse anderer als der etablierten europäischen Normungsorganisationen heranzuziehen. Zu dem Instrument der Common Specifications hat sich die KAN 2024 geäußert:

CEN/CENELEC planen mit der European Agile Specification (EAS) ein neues Normungsprodukt, mit dem technische Spezifikationen innerhalb kurzer Entwicklungszeiträume bereitgestellt werden sollen. Das neue Format kann – so der Vorschlag – potenziell die Konformitätsvermutung auslösen. Ziel ist es, schneller auf neue marktbezogene, technologische und regulatorische Anforderungen reagieren zu können. Auch zu der EAS hat sich die KAN positioniert: