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SafeHabitus Workshop: Auswirkungen des Klimawandels auf den Arbeitsschutz

Gruppe von Menschen in einem Seminar, einige Personen mit erhobenen Händen, vorne ein Pinnwand mit Zetteln © Rawpixel.com - stock.adobe.de

Der Klimawandel und seine Folgen wirken sich zunehmend auf die Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten aus.

Dies war Thema einer Fachverataltung des SafeHabitus Projekts am 24. Juni 2026 im EWSA in Brüssel. Das SafeHabitus Projekt beschäftigt sich unter anderem mit der Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit in der Landwirtschaft.
UV-Strahlung, Extremwetterphänomene und Luftverschmutzung stellen neue Herausforderungen an den Arbeitsschutz, wobei exzessive Hitze allgemein als das größte und dringendste Risiko benannt wird. Obwohl körperlich arbeitende Beschäftigte in der Landwirtschaft, im Bau oder in der Industrie besonders vulnerabel sind, betreffen die Risiken alle wirtschaftlichen Sektoren in allen Regionen der EU.
Europa erwärmt sich deutlich schneller als der globale Durchschnitt. 20% der Beschäftigten in der EU sind bereits extremer Hitze am Arbeitsplatz ausgesetzt, wodurch beispielsweise Hitzestress oder Hitzschläge verursacht werden können. Mögliche gesundheitliche Folgen beinhalten unter anderem Leber- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem erhöht intensivere UV-Strahlung das Hautkrebsrisiko während Luftverschmutzung Atemwegserkrankungen begünstigt. 
EU-Rechtsvorschriften, wie die Arbeitsschutz-Rahmenrichtlinie 89/391/EWG oder die Arbeitsstättenrichtlinie 89/654/EWG, die die Risiken für die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmenden regeln, umfassen grundsätzlich auch solche, die beispielsweise durch extreme Hitze verursacht werden. Sie machen jedoch keine Vorgaben zu konkreten Hitzebelastungen am Arbeitsplatz. Existierende Leitlinien sind mitunter unzureichend und die Umsetzung der Richtlinien in den einzelnen Mitgliedsstaaten uneinheitlich. 
Seitens des ETUC besteht daher die Forderung (nur EN), maximale Arbeitstemperaturen in den für das vierte Quartal 2026 erwarteten Vorschlag für einen Quality Jobs Act aufzunehmen. Auf der Veranstaltung des SafeHabitus Projekts wies ein Sprecher des ETUI auch auf die Option hin, alternativ die Arbeitsstättenrichtlinie entsprechend auszuweiten oder eine eigenständige Hitzeschutz-Richtlinie einzuführen. Seitens der landwirtschaftlichen Arbeitgebergruppe GEOPA wurde die Umsetzbarkeit einer bindenden Rechtsvorschrift jedoch hinterfragt. Als Gründe wurden die unterschiedlichen nationalen und regionalen Rahmenbedingungen genannt, sowohl in Bezug auf die klimatischen Voraussetzungen als auch die verschiedenen zur Verfügung stehenden technischen Instrumente. Deutlich geworden ist, dass der Umgang mit den Folgen des Klimawandels eine zentrale Herausforderung für den Arbeitsschutz in den kommenden Jahren sein wird.