Zur Hauptnavigation springen Zum Hauptinhalt springen Zum Seitenfuß springen

KAN und DSV wenden sich mit offenem Brief an die Europäische Kommission

Offener Brief von KAN und DSV zur Überarbeitung der Europäischen Normungsverordnung

Die KAN hat sich am 18. März 2026 zusammen mit der Deutschen Sozialversicherung Europavertretung mit einem gemeinsamen offenen Brief an Generaldirektorin Kerstin Jorna der Generaldirektion Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU (GROW) der Europäischen Kommission gewandt.

Die Europäische Kommission plant im Rahmen des „European Product Act“ im dritten Quartal 2026 einen Vorschlag zur Überarbeitung der Normungsverordnung (EU) Nr. 1025/2012 vorzulegen. Die KAN begleitet diesen Prozess seit seinem Beginn und hat sich zuletzt im vergangenen Dezember zu den Plänen der Kommission positioniert. 

Da derzeit noch offen ist, welche konkreten Reformen die Kommission im Herbst vorschlagen wird, haben sich KAN und die Deutsche Sozialversicherung Europavertretung (DSV) zusammengeschlossen und ihre gemeinsamen Anliegen in Brüssel noch einmal deutlich zur Sprache gebracht.

KAN und DSV betonen in ihrem offenen Brief die Bedeutung eines zukunftssicheren europäischen Normungssystems. Sie sprechen sich für eine effiziente, aber maßvolle und gezielte Reform aus und fordern die Europäische Kommission auf, die bewährten Grundprinzipien, insbesondere das Konsensprinzip, zu wahren. Beide Organisationen unterstreichen zudem die Rolle der bestehenden Normungsorganisationen. Die Vergabe von Normungsaufträgen an andere Organisationen oder die Übernahme von Ergebnissen aus externen Normungsquellen könne die Einheitlichkeit des Normenwerks gefährden und gesellschaftliche Interessenträger zusätzlich belasten. 

Beschleunigungsmaßnahmen dürfen nach Ansicht von KAN und DSV nicht zulasten von Konsens, Sicherheit und Qualität gehen. Da die Beteiligung gesellschaftlicher Interessenträger bereits heute herausfordernd und ressourcenintensiv ist, dürfen Reformen ihre Beteiligungsmöglichkeiten nicht erschweren. Strukturen und Prozesse müssen transparent, verständlich und übersichtlich bleiben. 

Kritisch äußern sich KAN und DSV außerdem zum Instrument der Common Specifications. Da weiterhin klar definierte Anwendungsfälle, transparente Verfahren sowie frühzeitige wirksame Beteiligungsmöglichkeiten für Interessenträger fehlen, müssen Common Specifications eng begrenztes Ausnahmeinstrument bleiben. Der Vorrang harmonisierter Normen muss uneingeschränkt bestehen bleiben. 

Offener Brief von KAN und DSV zur Überarbeitung der Europäischen Normungsverordnung (auf Englisch)