EUROGIP veröffentlicht Studie zu geschlechtsspezifischen Aspekten im Arbeitsschutz in Europa

Eine Frau und ein Mann befinden sich auf einer Waage in Balance. © Andrey Popov – stock.adobe.com

Das französische Arbeitsschutzinstitut EUROGIP hat eine Studie mit dem Titel „A Gendered Approach to Occupational Health and Safety in Europe“ (EN) veröffentlicht. Die Publikation zeigt, dass Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit häufig geschlechtsneutral betrachtet werden, obwohl sich die Belastungen, Tätigkeiten und Risiken von Frauen und Männern unterscheiden. Die Studie beleuchtet, wie diese Unterschiede in der Praxis bislang berücksichtigt werden und wo Handlungsbedarf besteht.

Im Fokus stehen u.a.

  • geschlechtsspezifische Unterschiede bei Arbeitsbelastungen und Unfallgeschehen,
  • die Gestaltung von Arbeitsmitteln und Maschinen,
  • ergonomische Anforderungen.

Der Bericht macht deutlich, dass eine geschlechtergerechte Betrachtung von Arbeitsschutzanforderungen ein wichtiger Bestandteil umfassender Präventionsstrategien ist.

Ein Bezug ergibt sich auch zur Arbeit der KAN: Die KAN-Studie „Betätigungskräfte an Landmaschinen“ zeigte bereits 2013, dass technische und ergonomische Anforderungen in Normen für Landmaschinen nicht für alle Nutzergruppen gleichermaßen geeignet sind. Ähnlich weist die laufende EU-Studie zur Inklusivität und Anthropometrie von Normen darauf hin, dass persönliche Schutzausrüstung häufig nicht ausreichend an die Vielfalt von Körperformen und -größen angepasst ist – was insbesondere Frauen betrifft.

Die EUROGIP-Studie liefert damit einen wichtigen Impuls, die Gestaltung von Normen, Arbeitsmitteln und Schutzmaßnahmen inklusiv und geschlechtergerecht weiterzuentwickeln.

Hier geht es zur Studie „A Gendered Approach to Occupational Health and Safety in Europe“ (pdf, EN)