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„Wie viel Politik braucht die Normung?“

Foto: Podiumsdiskussion mit vier Teilnehmern © KAN

„TTIP“ und ein „Soziales Europa“ im Fokus der Strategiekonferenz.

Rund 170 Besucher begrüßte die Kommission Arbeitsschutz und Normung am 26. März in der Bonner Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland zur internationalen Strategiekonferenz anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens.

„Sie hätten kaum ein aktuelleres Thema für ihre Veranstaltung wählen können“, leitete Günther Petrasch seinen Impuls zum Transatlantischen Freihandels- und Investitionsabkommen ein. Petrasch leitet bei Siemens den Bereich Government Affairs und gab den Zuhörern Einblicke in die wirtschaftliche Bedeutung des Abkommens aus der Sicht eines globalen Unternehmens. Und er hatte Recht: In Brüssel kamen am gleichen Tag US-Präsident Barack Obama, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Ratspräsident Herman van Rompuy zusammen, um über das Freihandelsabkommen zu sprechen.

In der anschließenden Podiumsrunde diskutierte Petrasch mit Dr. Torsten Bahke, Direktor des DIN, und Rüdiger Reitz, Leiter Produktsicherheit und DGUV-Test bei der DGUV, über die versteckten Schranken hinter den Zollgrenzen – den sogenannten Nicht-tarifären Handelshemmnissen. Schließlich ist es der Umgang mit und die Erarbeitung von gemeinsamen Standards auf beiden Seiten des Atlantiks, die insbesondere die Arbeitsschützer in Deutschland und Europa umtreibt. Dass die Diskussion bei den Teilnehmern Wirkung zeigte, offenbarte eine TED-Abfrage. Waren sich vor der Gesprächsrunde die Anwesenden mit 43,2 Prozent mehrheitlich darüber einig, dass das Abkommen die Rolle der internationalen Normung bei ISO und IEC stärke, so votierte im Anschluss die Mehrheit mit 54,3 Prozent dagegen.

Soziales Europa

28 verschiedene Sozialsysteme prägen Europa. Betrieblicher Arbeitsschutz ist dabei ein Element, das zumindest durch europäische Richtlinien teilharmonisiert ist.

Dass das „soziale Europa“ und der Arbeitsschutz weiter vorangebracht werden müssen, darüber waren sich alle einig: die Podiumsteilnehmer aus dem Europaparlament, europäischen Vertreter der Sozialpartner und des Staates, wie auch die Konferenzteilnehmer. So hat auch hier die TED-Umfrage unter den Teilnehmern sehr eindeutig gezeigt, dass hierzu weder der Weg einer vollständigen Harmonisierung, noch das Instrument der Normung zielführend sein können – eine Bestätigung der KAN-Position, Normung nur sehr gezielt in diesem Bereich zu unterstützen.

Mehr zum Inhalt der Konferenz finden Sie im KANBrief 2/14.