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KAN-Fachgespräch „Sichere Gestaltung von Therapieliegen“

Am 8. und 9. Januar 2019 führte die KAN das Fachgespräch „Sichere Gestaltung von Therapieliegen“ durch.

Fast jeder lag schon auf einer elektrisch höhenverstellbaren Therapieliege, sei es beim Physiotherapeuten oder im Krankenhaus. Bei zwei tödlichen Unfällen befand sich jeweils eine Beschäftigte unterhalb einer solchen Therapieliege (auch Massage- oder Behandlungsliege genannt) und betätigte versehentlich mit dem Knie das auf dem Boden befindliche Bedienelement zur Höhenverstellung.

Die Liege fuhr herunter und klemmte die Personen ein. Darüber hinaus sind weitere Unfälle mit Beschäftigten, Patienten und Kindern in Deutschland und anderen Ländern bekannt; wobei es zu Quetschungen, Frakturen und in einigen Fällen zum Tod kam. Eine Produktnorm für Therapieliegen gibt es bislang nicht.

Die aktuelle Gefahr, unter Therapieliegen eingeklemmt zu werden, ist schon länger bekannt. So hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im August 2004 eine Empfehlung veröffentlicht. Das BfArM beschreibt darin die grundlegenden Schutzziele. In der Empfehlung werden auch Beispiele genannt, wie die Schutzziele erreicht werden können: Ein Beispiel ist der Einbau einer Sperrbox. Mit dieser soll die Liege bei Nicht-Benutzung still gestellt werden, indem z. B. beim Verlassen der Liege ein Stift aus dieser Sperrbox gezogen wird. Die Sperrbox als Schutzmaßnahme ist jedoch umstritten, da die Nutzung willensabhängig ist und damit die Gefahr groß ist, dass sie nicht genutzt wird. Dennoch hat sich die Sperrbox etabliert. Die meisten neuen Liegen werden mit einer Sperrbox ausgeliefert und auch viele Bestandliegen wurden bereits nachgerüstet.

Aufgrund unterschiedlicher Positionen und einer komplizierten Sachlage, führte die KAN im Januar 2019 ein Fachgespräch mit Experten der beteiligten Kreise (UVT, BfArM, Länder, Betreiber, Sozialpartner, Normung) durch. In diesem wurden alle Teilnehmenden auf einen gemeinsamen Sachstand gebracht und verschiedene Arbeiten, um die Gefahr an Bestandsliegen und neuen Liegen zu reduzieren, angestoßen. Die Schwerpunkte der Veranstaltung lagen auf dem Inverkehrbringen (also neuen Liegen) und auf den Bestandsliegen.

Als Ergebnis des KAN-Fachgesprächs „Sichere Gestaltung von Therapieliegen“ haben sich die Teilnehmenden bereit erklärt, in Arbeitsgruppen verschiedene Aufgaben zu bearbeiten. Weiter Informationen zum Fachgespräch folgen in KANBrief 1/19.