Fachinformation der BGW am 22./23. November 2016

Normung spielt zunehmend auch eine Rolle im Gesundheits- und Sozialwesen.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) stellt sich den Herausforderungen, die eine Normung von Präventions- und Rehabilitationsleistungen an die Unfallversicherungsträger (UVT) stellt. Zunehmende Normung im Gesundheits- und Sozialwesen betrifft insbesondere auch die Versicherten dieser Berufsgenossenschaft. In einer Fachinformation am 22./23. November 2016 hat sie daher breite Kreise, wie die Selbstverwaltung und Vertreter des DGUV-Fachbereichs „Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege“ für die Bedeutung dieses Normungsfeldes sensibilisiert. Arbeitsschutzvertreter, die aktiv in der Normung mitarbeiten, Vertreter des Staates, von Herstellern und Andere veranschaulichten die aktuellen Entwicklungen. Die KAN-Geschäftsstelle war geladen, insbesondere die Verfahrensfragen der Normung zu vermitteln.

Normung ist das Bemühen um die Vereinheitlichung von Produkten, Waren und Dienstleistungen. Das gilt im Gesundheitsbereich z.B. für Medizinprodukte, die u.a. von den Beschäftigten als Arbeitsmittel angewandt werden. Das gilt ebenso für die Integration des Arbeitsschutzes in betriebliche Managementsysteme. Generell ist Normungsarbeit langwierig und zeitintensiv. Langfristig lohnt sich aber dieses Engagement, denn es führt zu nachhaltigen Ergebnissen. Gleichzeitig dringt die Normung in Bereiche vor, die der staatlichen Regelsetzung im Arbeitsschutz oder DGUV-Vorschriften und -Regeln vorbehalten sind. Das gilt insbesondere für Gesundheits- und Sozialdienstleistungen. Sie werden am Menschen erbracht und sollten individuell der Person in ihrer jeweiligen Situation angepasst werden. Normung gefährdet aber eine individuelle vertrauensvolle Beziehung zwischen Dienstleistern und Patient /Klient. Gleichzeitig entsteht durch sie ein paralleles System zum nationalen Recht, mit Rechtsunsicherheit als möglicher Folge. Davon sind auch die Qualitätsmaßstäbe für die Heilbehandlung und Rehabilitation der UVT betroffen. Daher sind das Engagement der BGW, der DGUV und weiterer UVT in diesen neuen Normungsfeldern sehr zu begrüßen. Auch die KAN insgesamt begleitet die Entwicklungen intensiv, um zu verhindern, dass die nationale Zuständigkeit der Mitgliedsstaaten im Gesundheits- und Sozialbereich durch Normung unterwandert wird.

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