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8. DIN-Expertenforum "Wirkung des Lichts auf Menschen" am 25. Juni 2015

Am 25. Juni fand das 8. DIN-Expertenforum zur „Wirkung des Lichts auf den Menschen“ bei DIN in Berlin statt. Innerhalb dieser vom Normenausschuss Lichttechnik (FNL) organisierten Veranstaltung berichteten Experten aus Wissenschaft, Industrie, Forschung und dem Arbeitsschutz über aktuelle Forschungsprojekte im Bereich des biologisch wirksamen Lichtes: Licht werde nicht nur für visuelle Aufgaben benötigt, sondern die Möglichkeiten des Lichtdesigns könne auch zu einer Modifizierung des Tag-Nacht-Rhythmus, also des circadianen Rhythmus, genutzt werden. 

Bestimmte Wellenlängen des Sonnenlichts fungierten als Zeitgeber für den circadianen Rhythmus. Fehlendes Sonnenlicht könne den circadianen Rhythmus durcheinander bringen. Einige vorgestellte Studien lieferten Hinweise darauf, dass bei fehlendem Tageslicht eine künstliche biologische Beleuchtung den circadianen Rhythmus dann stabilisieren kann. Durch das Arbeiten in geschlossenen Räumen, aber auch durch Schichtdienst, könne der circadiane Rhythmus aus dem Takt kommen.

Die Forschungsprojekte waren sehr unterschiedlich aufgebaut. So variierten das Licht (Wellenlänge und Stärke), die Dauer und Tageszeit der Exposition, die Probanden (von Studenten bis Bewohner von Altenheimen), aber auch die Bewertung der Wirkung (biologisch oder soziologisch). Diese Variation zeigt die diversen Einflussfaktoren, welche bei der Anwendung von künstlichem biologisch wirksamen Licht berücksichtigt werden müssen. Die bisher durchgeführten Studien betrachten allerdings immer nur einzelne Aspekte, daher konnten auch die Experten auf die Frage nach einer Empfehlung für die Anwendung von künstlichem, biologisch wirksamen Licht nur von einer aktivierenden Exposition am Abend abraten.

Die Anwendung von künstlich biologischer Beleuchtung könne den circadianen Rhythmus von Beschäftigten mit nur wenig Zugang zum Tageslicht oder mit Schichtdienstplänen stabilisieren. Aus Sicht der KAN sind allerdings noch breiter angelegte Studien zur Anwendung in der Praxis und der Wirkung notwendig, um konkrete Anforderungen, z.B. in Normen, formulieren zu können.