Wie entsteht eine Internationale Norm?

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KAN-Flyer (1.8 MB)

Grundsätzlich kann jedermann einen begründeten Antrag auf Erarbeitung einer Norm stellen. Ein Normenantrag wird über die jeweilige nationale Normungsorganisation (in Deutschland: DIN Deutsches Institut für Normung e.V.) eingereicht und von dort an die internationale Normungsorganisation ISO weitergeleitet (gilt analog für IEC).

Bei ausreichender Zustimmung der ISO-Mitglieder, deren Bereitschaft zur Mitarbeit und einer gesicherten Finanzierung ordnet ISO das Projekt einem technischen Komitee (TC) zu, das den Auftrag an eine seiner Arbeitsgruppen (WG) weiterleitet. Auf nationaler Ebene verfolgen Spiegelgremien den Werdegang der Norm. Als Bindeglied zwischen der internationalen und nationalen Normungsebene entsenden die ISO-Mitglieder Delegierte in das TC, die die nationale Meinung repräsentieren. In die WG entsenden die ISO-Mitglieder Experten, die vorrangig ihre Fachmeinung vertreten.

Die WG erarbeitet einen Entwurf (CD), zu dem die nationalen Normungsorganisationen innerhalb von drei Monaten Stellung nehmen müssen. Wird ein Konsens erreicht, gibt jedes ISO-Mitglied den Normentwurf (DIS) in die nationale öffentliche Umfrage, bei der alle interessierten Kreise innerhalb von fünf Monaten Stellungnahmen an ihre nationale Normungsorganisation abgeben können. Die Stellungnahmen werden in den DIS eingearbeitet und die WG erstellt einen Schlussentwurf (FDIS). Der FDIS wird den ISO-Mitgliedern erneut zur Abstimmung vorgelegt. Die Abstimmung erfolgt innerhalb von zwei Monaten.

Eine Pflicht zur Übernahme internationaler Normen in das europäische oder nationale Normenwerk besteht grundsätzlich nicht. Sollen internationale Normen ins europäische Normenwerk übernommen werden, können sie gegenüber der internationalen Norm modifiziert werden. Durch die Dresdner und Wiener Vereinbarung soll die unveränderte Übernahme Internationaler Normen in das Europäische Normenwerk gefördert werden.

Internationale Normen sollen innerhalb von 3 Jahren fertiggestellt sein.

Video von ISO (englisch): Sock puppets explain: How ISO develops standards!

Welche Einflussmöglichkeiten hat der Arbeitsschutz auf das Internationale Normungsverfahren?

Ob ein Normvorhaben aufgegriffen wird, ist alleine von den stimmberechtigten ISO-Mitgliedern abhängig. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, sich die Unterstützung anderer Länder bereits im Vorfeld zu sichern. Durch aktive Beobachtung der Normungsarbeit, Kooperation mit europäischen Arbeitsschutzexperten (z. B. über EUROSHNET), Einbringen von Stellungnahmen bei der öffentlichen Umfrage und aktive Mitarbeit im DIN-Spiegelgremium oder in den ISO-Gremien kann die Position des Arbeitsschutzes in die Normung einfließen.

Bei der Abstimmung darüber, ob ein Normvorschlag angenommen wird, kann DIN (beeinflusst durch Interessen verschiedener Kreise, z.B. des Arbeitsschutzes) mit „Nein, aber…“ stimmen. Dieses Votum beinhaltet eine Ablehnung, zeigt aber gleichzeitig einen Lösungsweg auf, unter welchen Voraussetzungen die Norm angenommen werden kann.

Zusätzlich zur turnusmäßigen Überprüfung einer Norm alle fünf Jahre, bei der neue Positionen eingebracht werden können, kann der Arbeitsschutz zu jeder Zeit einen begründeten Antrag auf Überarbeitung einer Norm stellen.

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