Arbeitsschutzmanagementsysteme
Ansprechpartner: Ulrich Bamberg (bamberg@kan.de), Eckhard Metze (metze@kan.de)
In den letzten Jahren hielten diverse Managementsysteme in die deutsche und internationale Wirtschaft Einzug. Systeme wurden genormt und waren somit zertifizierbar. Bekannt sind die Normreihen ISO 9000 für Qualitätssicherung und ISO 14000 für den betrieblichen Umweltschutz.
Neben diesen zwei Systemsäulen soll sich, nach dem Willen interessierter Kreise, möglichst bald eine dritte etablieren: Arbeitsschutzmanagementsysteme.
Nicht nur für den betrieblichen Arbeitsschutzpraktiker macht es durchaus Sinn, den Arbeits- und Gesundheitsschutz in möglichst allen unternehmerischen Tätigkeiten zu integrieren. Gemäß dem Gemeinsamen deutschen Standpunkt (GDS) fordern die maßgeblich am Arbeits- und Gesundheitsschutz beteiligten Kreise jedoch u.a. die Freiwilligkeit der Anwendung (d.h. kein Zertifizierungszwang) und den Spielraum für die individuelle betriebliche Situation, abhängig von der Unternehmensgröße, dem Gefährdungspotential usw.
Es empfiehlt sich hierbei, den Arbeits- und Gesundheitsschutz nicht losgelöst von anderen unternehmerischen Aktivitäten, sondern in einem ganzheitlichen, integrierten Ansatz unter Ausnutzung der Systemüberschneidungen zu realisieren, z.B. bei der Festlegung der Unternehmenspolitik, Ausbildung/Training der Mitarbeiter, Dokumentation und Auditierung.
Weitere Informationen:
- Fachbeitrag: Arbeitsschutz-Management-Systeme (AMS) als Hilfen für eine sichere Organisation des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, veröffentlicht in angewandte Arbeitswissenschaft 197/2008
- KANBrief 3/99: AMS ja, Normung nein
Qualitätssicherung
Einige Vorreiter der Entwicklung der Normreihe ISO 9000 waren Großunternehmen, die mit der Einführung dieser Systeme u.a. interne Abläufe optimieren wollten, aber auch z.B. auf eine gewisse positive Öffentlichkeitswirkung hofften. In zunehmendem Maße wurden diese Systeme, nicht zuletzt über die Geschäftsbeziehungen zur Großindustrie, in mittleren und auch kleinen Unternehmen eingeführt. Die Ausgangsüberlegung hierbei ist, dass Qualität am Endprodukt nur gewährleistet werden kann, wenn Anstrengungen in jeder Produktphase unternommen werden, d.h. auch bei Zulieferern und Dienstleistern. Obwohl als freiwillig anzuwendendes Instrument konzipiert, sehen sich doch viele Unternehmen einem gewissen Zwang zur Einführung von ISO 9000 / 14000 ausgesetzt, weil es zum Wettbewerbsnachteil werden kann, die Systeme nicht einzuführen.
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