KAN-Bericht 25
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| Informationen zu "Arbeitsschutz und Normung" für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) - Analyse von Bedarf und Verfügbarkeit, 05/2001, V. Eichener (169 KB) |
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Zusammenfassung
Einführung
Große Betriebe verfügen oft über die Mittel, eigene Abteilungen zu unterhalten, die sich mit der Sammlung und Auslegung der relevanten nationalen, europäischen und internationalen Normen beschäftigen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dagegen vermissen häufig eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene, kostengünstige und gut zugängliche Informationsquelle über Normen. Durch diese KAN-Studie soll der Informationsstand und –bedarf der KMU in Bezug auf arbeitsschutzrelevante Normen ermittelt sowie der Stellenwert, den KMU der Normung in diesem Bereich zumessen, festgestellt werden.
Im ersten Teil der Studie wurde ein Fragenkatalog entwickelt, mit dem der Informationsstand zu arbeitsschutzbezogenen Normen in KMU analysiert werden konnte. Im zweiten Teil der Studie wurden 138 ausgewählte Betriebe, die Produkte herstellen und bei denen man davon ausgehen konnte, dass arbeitsschutzrelevante Normen eine große Bedeutung haben, schriftlich befragt. Die Betriebe gehörten überwiegend den Branchen Elektro/Metall und Maschinenbau an.
Gründe für die Normenanwendung
Die befragten KMU gaben an, zu 57 % europäische und zu 43 % internationale Normen anzuwenden, wobei die internationale Orientierung mit der Unternehmensgröße zunimmt. Die Betriebe wenden Normen in erster Linie an, um die Anforderungen ihres Qualitätsmanagementssystems zu erfüllen. Mit einer "benannten Stelle", die Konformitätsbewertungen bzw. Prüfungen durchführt, arbeiten 38 % dieser Unternehmen oft oder ständig zusammen.
Informationsbeschaffung über Normen
Informationen über Normen beschaffen sich die befragten Betriebe überwiegend (63 %) direkt beim Beuth-Verlag des Deutschen Instituts für Normung (DIN). Normenauslegestellen werden von weniger als 10 % der Unternehmen genutzt. 58 % benötigen den kompletten Normentext und nicht nur Auszüge daraus. 83 % der Unternehmen erwerben die Normentexte direkt beim Beuth-Verlag; recht beliebt sind darüber hinaus auch die DIN-Taschenbücher. Der Inhalt der verwendeten Normen entspricht oft den Vorstellungen der Betriebe. 88 % kommen gut oder sehr gut mit Verständlichkeit und Aufbau der Normen zurecht.
Während der Aufwand für die Beschaffung der Normentexte als eher gering eingeschätzt wird, ist der Aufwand für die betriebsspezifische Auswertung der Normen und für die Durchführung externer Prüfungen auf Normenkonformität für die Mehrheit hoch. Drei Viertel der Betriebe möchte überprüfen, ob sie tatsächlich alle für ihre Produktion wichtigen Normen erfüllen.
Verbesserungsvorschläge der KMU
Von einer Dienstleistungsstelle, die bei der Beschaffung von Normeninformationen behilflich ist, erwarten praktisch alle KMU aktuelle und präzise Informationen über geltende Normen, über 90 % möglichst unbeschränkte Nachfragemöglichkeiten und geringe Kosten, und fast genauso viele eine stärker anwenderorientierte Aufbereitung der Informationen. Vom Beuth-Verlag wünscht man sich in erster Linie verbesserte Suchmöglichkeiten über den tatsächlichen Normeninhalt (89 %), Informationen über außer Kraft gesetzte Normen (83 %) und Kommentare zur Normenanwendung (81 %). Von Verbänden, Kammern und ähnlichen Organisationen wünscht man sich branchenspezifische Informationen zur Auslegung produktbezogener Normen (80 %) und Dienstleistungen in Bezug auf die Informationsgewinnung (77 %).
Die Normen selbst sollen verständlich und übersichtlich sein, eindeutige Anforderungen, Handlungsanleitungen und konkrete technische Lösungen (statt allgemeiner Schutzziele) enthalten und eher Textabschnitte aus anderen Normen wiederholen, anstatt auf sie zu verweisen. Der Wunsch, Normen in elektronischer Form zu beziehen, ist stark ausgeprägt, da man die Texte dann einfach in die Produktbeschreibung übernehmen kann und zunehmend auch in der Konstruktion mit EDV gearbeitet wird.
Interesse an einer Mitarbeit in der Normung ist bei 40 % der befragten Betriebe vorhanden. Allerdings arbeiten derzeit nur 12 % aktiv mit. Einer stärkeren Einflussnahme der KMU auf die Normung stehen große Hindernisse entgegen, vor allem der Mangel an freien Ressourcen.
Empfehlungen der KAN
Gesamteinschätzung
Insgesamt ergeben die Antworten der befragten kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) ein stimmiges Bild:
Die Anwendung von nationalen, europäischen und internationalen Normen ist bei den befragten KMU von Bedeutung. Ein wesentlicher Grund dafür liegt in den Anforderungen der Qualitätsmanagementsysteme. Während Beschaffung und Anwendung der Normen vergleichsweise wenig Probleme bereiten, haben KMU häufig Probleme zu ermitteln, welche Normen für sie relevant sind. Der wesentliche Informationsbedarf der KMU liegt darin, branchen- bzw. fachbezogen über relevante Normen, laufende Normungsverfahren und zurückgezogene Normen auf dem Laufenden gehalten zu werden. Vor diesem Hintergrund sollten praxisnahe Vorschläge für eine verbesserte Informationsübermittlung entwickelt werden.
Handlungsbedarf für das DIN
- Das DIN wird gebeten, Suchhilfen für die Online-Nutzung weiter zu entwickeln, die es KMU ermöglichen, auf bestimmte Produkte oder Dienstleistungen abgestimmte Normenrecherchen durchzuführen.
- Das DIN wird gebeten zu prüfen, ob es zukünftig den kostenlosen Online-Zugriff auf den Anwendungsbereich bzw. eine kurze Inhaltsangabe von Normen ermöglichen kann, damit der Inhalt von Normen für KMU leichter recherchierbar wird.
- Das DIN wird gebeten zu prüfen, wie es - ggf. mit Unterstützung durch betriebsnahe Verbände - effizienter auf seine spezifischen Informationsangebote an KMU hinweisen kann.
Handlungsbedarf für die betriebsnahen Verbände
- Die betriebsnahen Verbände sollten als Multiplikatoren bei ihren Mitgliedsbetrieben auf die Bedeutung der Normung für den Arbeitsschutz und die Möglichkeiten der Informationsbeschaffung hinweisen. Sie könnten beim Aufbau von Informationsnetzwerken mitarbeiten, die den Normenzugriff für KMU erleichtern.
Handlungsbedarf für die KAN - Die KAN-Geschäftsstelle wird beauftragt, auf die Bedürfnisse der KMU abgestimmte, online abrufbare Informationsangebote zu Arbeitsschutz und Normung zusammenzutragen und auf ihrer Homepage zur Verfügung zu stellen. Für dieses Online-Angebot soll dann über geeignete Multiplikatoren geworben werden.
- Mit Hilfe aller an Arbeitsschutz und Normung Beteiligten sollte ein Konzept für ein Netzwerk von Informationsanbietern für KMU entwickelt und umgesetzt werden, das den Bedürfnissen von KMU entspricht. Die KAN-Geschäftsstelle soll diese Entwicklung im Rahmen der bestehenden Arbeitsgruppe koordinieren und fördern.
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Arbeitsschutzrelevante Normentwürfe

Arbeitsschutzrelevante Normentwürfe, die sich in der öffentlichen Umfrage befinden, stehen Ihnen hier zur Verfügung (Quelle: NoRA - Normen-Recherche-Arbeitsschutz):






